Holunderliebe

Holunder ist doch einfach ein Traum, oder?

Die Blüten schmecken lecker und sind vielseitig einsetzbar, gebacken und frittiert, als Gelee, im Kuchen oder als Sirup. Und noch dazu dekorativ. Und dann kommen im Herbst (wenn man denn ein paar Blüten hängen gelassen hat) auch noch Beeren, die genauso wandelbar und wunderbar sind.

 

Bei dem traumhaften Wetter zur Zeit habe ich mich also rausbegeben auf einen kleinen Spaziergang durch die oberbergischen Wälder und fleißig Holunder gepflückt. Die schlechte Nachricht: Wenn man alle Blüten aberntet, gibt’s im Herbst keine Beeren (Thank you, Captain Obvious.) Die gute Nachricht: Für Sirup braucht man gar nicht so viele Dolden. Also, ab nach Draußen!

Lange Hose und geschlossene Schuhe sind ein Muss, sonst habt ihr wie ich die Beine am Ende voller Brennesseln und Ameisen. Eine Gartenschere und eine Tasche zum Sammeln solltet ihr natürlich auch dabei haben.

Zu dieser Jahreszeit sieht man den Holunder tatsächlich überall, ich war selbst überrascht! Am Waldes- und Wegesrand, an halbschattigen Plätzen, findet man ihn.

Aber bitte nicht verwechseln mit Schafsgarbe, das sieht ähnlich aus, wächst aber tiefer und duftet auch nicht so stark. Merkt euch auch gerne, wo der Holunder wächst, denn wenn er blüht, kann man ihn nicht verwechseln mit dem falschen Holunder, der im Herbst auch Beeren in Dolden trägt, aber nicht zum Verzehr geeignet ist. Dazu aber im Herbst mehr 🙂

Nehmt nur Dolden, deren Blüten schon komplett geöffnet sind und natürlich keine, die nah am Rand von Straßen wachsen. Die Blüten, die Tief am Weg wachsen, lasse ich auch lieber stehen: Denkt an Hunde, Füchse und andere Tiere, die auch mal Pipi machen müssen… 🙂

Wenn ihr genug Holunderblütendolden zusammen habt, könnt ihr den beliebten Sirup herstellen.  Das dauert mit Ziehzeit ein paar Tage, lohnt sich aber! Schmeckt nämlich viel besser und kostet nur ein Bruchteil von dem, was man im Supermarkt findet.

Das Rezept schreibe ich euch so, dass ihr es bei Bedarf an eure Menge anpassen könnt. Probiert es ein paar Mal aus, bis ihr ein Gefühl davon habt, wie groß die Dolden sein sollen, damit der Sirup den Geschmack bekommt, den ihr gerne wollt.

Breitet den Holunder zunächst aus und gebt den kleinen Tierchen, die sich eventuell noch an den Blüten befinden, die Chance, wegzukrabbeln.


Ihr braucht

  • 15 – 20 Dolden (je nach Größe)
  • 1 Liter kaltes Wasser
  • 10g Zitronensäure
  • 1 unbehandelte Zitrone
  • 1 unbehandelte Orange (nach Geschmack, könnt ihr auch weglassen)
  • 500g Zucker

Während also die kleinen Tierchen das Weite suchen, könnt ihr die Zitronensäure (alternativ geht übrigens auch der Saft von etwa 2 Zitronen) im Wasser auflösen, die Zitrone und bei Bedarf die Orange in Scheiben schneiden. Holt den Holunder, gebt ihn in ein Glas, das ihr luftdicht verschließen könnt, gebt Orange & Zitrone dazu und gießt das Wasser darüber.

Diese Mischung muss etwa 2 Tagen ziehen, rührt oder schüttelt immer mal wieder!

Nach der Ziehzeit wird alles durch ein Sieb in einen Kochtopf gegossen, drückt Holunder-Zitrone-Orange nochmal aus und löst den Zucker darin auf. Bringt die Mischung zum Kochen und lasst sie für etwa 2 Minuten sprudelnd kochen. Den heißen Sirup durch einen Kaffeefilter oder ein Baumwolltuch in ein steriles Gefäß abfüllen und sofort luftdicht verschließen.

Entweder mit Eis und Sprudelwasser als Limo, oder direkt in Sekt mit Minze als Hugo servieren.

Ich hoffe, das Rezept gefällt euch!

Viel Spaß beim Nachmachen ♥

 

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